|

|

|

|

|

|

|

 

 

 

 

 

 

 

Kritiken - Presseberichte

 

LADIES NIGHT | Kritik von Judith Meisner - Märkische Allgemeine 18.07.2011

In Adamskostüm und mit Kapitänsmütze
Humorvoll-heißer Abend in der Freilichtbühne Spandau mit Stripper-Quartett


SPANDAU - Drei Männer raufen in einer Kneipe, eine Punk-Oma schaut gelangweilt zu und versucht den x-ten Selbstmord: So zeigt sich der Alltag in einer englischen Industriestadt mit vielen Arbeitslosen. Denn das sind das Großmaul Barry, der dröge Norman und der Überflieger Craig alle schon seit Monaten.

Trübe, aber mit flotten Sprüchen beginnt die Komödie „Ladies Night“. Sie war am Wochenende in der Freilichtbühne Spandau zu sehen, aufgeführt vom Theaterkahn Berlin. Das mitreißend gespielte Stück schrieb das Autorenpaar Stephen Sinclair und Anthony McCarten nach dem erfolgreichen Kinofilm „Ganz oder gar nicht“.

Die Handlung führt an einen trostlosen Ort: Die Laune der Jungs wird immer schlechter, das Bier knapp und die Gläubiger werden ungeduldig. Eine Lösung muss her. Einer der arbeitslosen Stahlarbeiter erzählt von seiner Frau, die gerade von einem Abend bei den Chippendales, der Männerstriptruppe schlechthin, kam. Das ist die zündende Idee: Schließlich haben die Drei nichts mehr zu verlieren. Ihr einziges Kapital sind ihre Körper, selbst wenn die nicht gerade vorzeigbar sind, mit Rettungsringen und Waschbärbauch.

Doch sie lassen sich nicht entmutigen, schließlich gesellt sich auch noch der junge Gavin („Mit ganz weichem G!“) dazu, und das Quartett ist komplett. Die Truppe verständigt sich umständlich auf den schönen Namen „Harter Stahl“ und los geht es mit dem Training.

Barry, gespielt von Karl-Heinz Konrad, brummelt ganz wunderbar vor sich hin, findet es gar nicht cool aufzutreten. Craig (André Rauscher) telefoniert ständig mit zwei Handys, und Norman, sehr variantenreich gespielt von Günter Rüdiger, muss erst seine Frau fragen, ob er sich ausziehen darf.

Als eines Tages die Punk-Oma Grammy (überzeugend: Constanze Jungnickel) das hilflose Gehopse, genannt Striptease, mit ansehen muss, nimmt sie die Jungs unter ihre Fittiche. Denn es wäre kein wunderschönes Märchen auf der Bühne, wenn sie nicht in einem früheren Leben Tanzlehrerin gewesen wäre. Sie erklärt den Möchte-gern-Strippern, wie man sich flott und sexy auf der Bühne bewegt. Grammy bugsiert ihre vier Jungs zum Auftritt. Keine Spur mehr von Punk-Oma, vielmehr entpuppt sie sich als strahlend schöne Choreographin im Gegensatz zum ziemlich aus dem Leim gegangenen Stripper-Kleeblatt. Zu guter Letzt stehen die vier mehr oder weniger gut gebauten Männer in Kapitänsuniformen auf der Bühne und tragen peu à peu ihre nackte Haut zu Markte.

Das Stück machte allen, den Schauspielern, der Regisseurin Constanze Jungnickel und dem Publikum ganz offenbar großen Spaß. Es erklangen viele Rockhits vom Band und bei „It´s raining men“ (es regnet Männer) glich die Stimmung in der Freilichtbühne einem erotischen Hexenkessel, die mitunter angejahrten Mädchen im Publikum waren nicht mehr zu halten und sangen lauthals mit. Der Zuschauerraum war am Freitag gut zur Hälfte gefüllt und die heiße Show auf der Bühne ließ das kühle Wetter vergessen. (Von Judith Meisner)

Wer Lust auf die Jungs bekommen hat: Am 5.8. um 19.30 Uhr geht die „Ladies Night“ wieder über die Bühne auf dem Theaterkahn im historischen Hafen Berlin am Märkischen Ufer.

LADIES NIGHT | Kritik von Rainer Gerlach - RADIO MENSCH

Man sollte gerade in den Tagen des Theatertreffens daran erinnern, dass eine kaum überschaubare Anzahl freier Theater und Ensembles wesentlich die Kulturszene der Hauptstadt prägt.
Immer wieder lassen engagierte Künstlern bei meist extremer Selbstausbeutung etwas Neues entstehen. Der Einfallsreichtum beim Entdecken ungewöhnlicher Spielstätten scheint unerschöpflich.

Das Ensemble „DIE Company“ hat nun seit dem 1. Mai den „Theaterkahn Helene“ erobert,  um seinem Publikum unterhaltsame niveauvolle Comedy zu präsentieren.
Wie schön, dass die Spree-Cöllnische Schifffahrtsgesellschaft als Besitzer der „Helene“ ein Herz für Künstler hat. Nach ihrem Selbstverständnis will es „zeitgenössisches Theater mit gesellschaftskritischen Themen“ machen, „die durch ihre Tragik nicht selten zur Komik werden“.

Dem trägt die Wahl der Eröffnungsproduktion „Ladies Night“ (nach dem Film „Ganz oder gar nicht) Rechnung. Die Geschichte der arbeitslosen Männer, die sich in ihrer relativ ausweglosen Situation überwinden, den „Chippendales“ Konkurrenz zu machen, wird landauf, landab mit riesigem Erfolg gespielt. Bis eben noch im Stadttheater Cöpenick und ab August in der „Komödie am Kurfürstendamm“.

Dazwischen bietet nun also das „Theaterschiff Helene“ diesen Angriff auf die Lachmuskeln. Das engagierte, spielfreudige Ensemble unter der Leitung von Constanze Jungnickel, weiß das
(bis auf mich) weibliche Publikum zu begeistern. Ich kann die Begeisterung leider nicht uneingeschränkt teilen. Ich hätte gern ein bisschen mehr von der Tragik gespürt, aus der die Komik entsteht.
Sicher, die Situation der Figuren wird gezeigt, aber ich hätte noch herzhafter lachen können, wenn mich die Schicksale ein bisschen mehr berührt hätten.
Bei André Rauscher und Günter Rüdiger blitzt das manchmal mit feinen Nuancen auf, wird aber schnell auf die Pointen-Ebene zurückgeholt. Natürlich überträgt sich der unbändige Spaß,
den Norman Jahnke, der auch für das praktikable Bühnenbild und die Choreografie verantwortlich zeichnet, an seiner Figur hat, das ist auch alles sehr präzise gespielt, aber für meinen Geschmack manchmal ein bisschen zu überdreht. Wobei ich nachvollziehen kann, dass so eine Figur dazu verführt, „die Sau rauszulassen“. Kevin Patzke reiht sich mit Laune und schöner Disziplin in das Ensemble ein. Womit ich aber Schwierigkeiten hatte, war die durchgängig grobe Bodenständigkeit von
Karl-Heinz Konrad. Er wirkte auf mich so, wie im Kabarett immer der typische meckernde Berliner Taxifahrer dargestellt wird.

Constanze Jungnickel hat eine Männerrolle des Stückes für sich kurzerhand geschlechtsumgewandelt. Zuerst volltrunken und suizidgefährdet mausert sich ihre Grammy zur geschickten, durchsetzungsfähigen Choreografin, die alles zum Erfolg führt. Das ist lustig, aber auch hier hätte ich mir gewünscht, dass die Etappen nicht nur behauptet werden, sondern ihre Entwicklungspunkte deutlicher werden.
Aber trotz allem möchte ich noch einmal sagen, dass das Publikum sich sehr amüsiert hat und man hoffen darf, dass eifrige Mundpropaganda den „Theaterkahn Helene“ lange erfolgreich im Historischen Hafen vor Anker liegen lässt. (08.05.2011)

 

 

 

 

 

DIE Company

 

Inhalte

 

 

Presseberichte / Kritiken

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

RECHTLICHES

KOMMUNIKATION
POTSDAM & BERLIN

 

GUT ZU WISSEN

 

..finde uns auf

 
DIE Company
Constanze Jungnickel
Agentur & THEATER
Leibnizstraße 35
10625 Berlin

Tel: 030-755 43 704
Fax: 030-755 43 705
jungnickel@die-company.de

2010 © Constanze Jungnickel | Design & Technologie agentur28